Bio-Qualität in Restaurants und in der Außer-Haus-Verpflegung

Bio-Qualität in Restaurants und in der Außer-Haus-Verpflegung

Wer nachhaltig einkauft und zu Produkten aus dem Bio-Markt greift, schätzt die hohe Qualität gesunder Lebensmittel auch beim Restaurant-Besuch oder beim Take-away-Angebot. In Bio-Hotels und Bio-Restaurants stammen Speisen und Getränke aus zertifizierter, biologischer Landwirtschaft. Die Gastronomen wie auch die landwirtschaftlichen Bio-Betriebe werden regelmäßig durch unabhängige Bio-Kontrollstellen geprüft.

Darüber hinaus gibt es immer mehr Gastronomiebetriebe, Groß- und Gemeinschaftsküchen sowie Lieferservice-Betriebe, die Bio-Gerichte anbieten und mit dem Kauf von regionalen und saisonalen Produkten landwirtschaftliche Betriebe aus der Umgebung unterstützen. Eine Übersicht über Anbieter im Bundesland gibt der Bio-Einkaufsführer Rheinland-Pfalz.

Bio-Lebensmittel – gesund und gut für die Umwelt

In der Außer-Haus-Verpflegung ist Bio weniger eine Frage von Ideologie – vielmehr sprechen Qualitätsgründe sowie der nachhaltige Umgang mit Ressourcen oder die Förderung von Biodiversität für die Auswahl von hochwertigen Lebensmitteln. Biologisch angebaute und hergestellte Lebensmittel stehen mit der Art der Landbewirtschaftung für reine Luft, sauberes Grundwasser sowie fruchtbare, gesunde Böden.

Die Entscheidung für Bio-Fleisch und Bio-Wurstwaren stellt sicher, dass beispielsweise kein Gen-Soja als Futtermittel um die halbe Welt transportiert wurde. Die Richtlinien zum Tierwohl sowie die Haltungsbedingungen fallen zum Schutz der Tiere aus. Faire Preise sichern landwirtschaftlichen Betrieben die Existenz und helfen die Qualität zu halten oder sogar zu steigern.

Auch vegetarische und vegane Gerichte spielen eine Rolle für Umwelt, Gesundheit und Klima. Biologische und saisonale Produkte aus der Region bzw. aus fairem Handel kommen ohne lange Transportwege aus, der „Kühlaufwand“ ist geringer.

Zutaten mit Bio-Siegel - Mehrwert für Gast und Kochhandwerker

Seit 1. März 2020 betreiben Karsten Bessai und sein Team den Burghof Stauf in Eisenberg mit Hotel und Restaurant. In dem idyllischen Gästehaus im Pfälzerwald bringt der erfahrene Bio-Koch eine kreative und regionale Küche auf den Tisch. Hochwertige Bio-Produkte, Spezialitäten und typische Produkte aus der Region stehen im Zentrum des kulinarischen Schaffens.

„Bio-Lebensmittel aus der Region sind für mich die Königsklasse. Maximale Transparenz, minimale Lieferwege, Sortenvielfalt und Geschmack sowie eine bunte und artenreiche Landschaft vor der Haustür sind klare Mehrwerte. Hierzu braucht es nicht nur Lippenbekenntnisse und Greening-Prozente in der Agrarwirtschaft, sondern Aktion auf der Verbraucherseite. Mit meinem Einkauf unterstütze ich die lokalen Betriebe und profitiere nebst den guten Lebensmitteln von den Geschichten und Hintergründen, die unsere Gäste spannend finden und ihnen auch für den eigenen Konsum Denkanstöße mitgeben. Die Logistik ist oft die Herausforderung, aber wer statt dem anonymen Kühllaster einen Menschen mit Visionen, Werten, Ideen und Leidenschaft als Gegenüber schätzt, geht gerne zwei Schritte mehr und pflegt eine partnerschaftliche Beziehung auf Augenhöhe. Hierzu gehört für mich auch, dass ich nicht nach dem Schreiben der Speisekarte sage: „Ich brauche…“, sondern vielmehr erst frage: „Was hast Du?“ … und mich dann an die Speisekarte setze. So bleibt man kreativ, bunt, ist zur Innovation gezwungen und somit ständig im Wandel“, begründet der Burghof-Betreiber und Chefkoch Karsten Bessai seine außergewöhnlichen und kreativen Speisen mit Lebensmitteln aus ökologischem Anbau.

Als Berater für Bio-Gastronomen hat Karsten Bessai darüber hinaus schon jahrzehntelange Erfahrung im Einkauf von Bio-Lebensmitteln, mit dem Netzwerken mit Partnerinnen und Partnern aus dem Öko-Anbau, aber auch mit dem Umstellen eines Gastro-Betriebes auf Bio:

„Die Erfolgsfaktoren sind nebst der klaren strategischen Ausrichtung des Unternehmens auf das Thema die Handwerker in der Küche und die Multiplikatoren am Gast. Wenn hier an einer Stelle keine Motivation, Freude oder zu wenig Know-how ist, scheitern die Projekte oftmals. Meistens an den höheren Kosten, die weder entsprechend kompensiert noch handwerklich aufgefangen werden oder an der fehlenden Wahrnehmung seitens des Gastes für die Mehrwerte des Konzeptes und auch für den anteiligen Mehrpreis. Eine gelungene Mischung aus „einfach mal durchstarten“, „strategisch vordenken und planen“ sowie guter Kommunikation nach Innen und Außen ist erfolgsversprechend. Besonders wichtig ist hier auch der Austausch unter Kollegen und innerhalb der Wertschöpfungskette über mögliche Synergien und  Formen der Zusammenarbeit“, so Karsten Bessai. Für ihn persönlich sind entscheidende Merkmale:

Bio-Lebensmittel in Gastronomie und Hotellerie

  • Einkauf von Produkten von Bauern und Erzeugern der Region sowie aus handwerklicher Herstellung
  • sorgfältiger Einkauf und bewusster Einsatz von gutem Fleisch
  • Saisonalität in der Küche
  • hochwertige Bio-Lebensmittel aus dem Naturkostgroßhandel
  • Abfall vermeiden: möglichst keine Kleingebinde und Einweggeschirr
  • Fairtrade-Produkte

Neben Bio auf der Speisekarte spiegelt sich Nachhaltigkeit bei Gastronomen wie Karsten Bessai über die Küche hinaus oft im gesamten Betrieb wider:

  • 100% Ökostrom
  • ökozertifizierte und in Maßen eingesetzte Putz- und Waschmittel
  • mit Naturmaterialien ausgestattete Zimmer
  • möglichst papierlose Buchhaltung und Korrespondenz
  • Unterstützung bei Anreisen mit der Bahn durch Transfer-Angebote

Bio-Restaurants und Bio-Hotels – weitere Beispiele in Rheinland-Pfalz

Seminar- und Gästehaus Burghof Stauf
www.burghof-stauf.de

Menschels Vitalresort – Bio-Hotel für Heilfasten und mehr
www.menschel.com/heilfasten-fasten.html

Bio-Gaststätte Bärenbrunnerhof
www.baerenbrunnerhof.de

Bio-Gastronomie und Restaurant Hofgut Ruppertsberg
dashofgut.com


Wie gelingt die nachhaltige Verpflegung von Kindern und Schüler:innen?

Wie gelingt die nachhaltige Verpflegung von Kindern und Schüler:innen?

Täglich kommen deutschlandweit in Kitas und Schulen Millionen von Mittagessen auf den Tisch. Entsprechend lassen sich mit der richtigen Auswahl an Lebensmitteln eine gesunde Verpflegung junger Menschen gestalten sowie viele Emissionen reduzieren. In Rheinland-Pfalz sollen die Grundsätze der nachhaltigen Ernährung auf das Speisenangebot in Kita und Schule umgesetzt werden.

Foto: Louis Hansel // Unsplash

Mehr Bio in Schulen und Kitas

Die Nachhaltigkeit der Kita- und Schulverpflegung ist Teil des ersten Öko-Aktionsplans und nimmt so einen hohen Stellenwert ein. Mit dem Öko-Aktionsplan verfolgt Rheinland-Pfalz das Ziel, den Ökologischen Landbau zu stärken und den Flächenanteil von derzeit rund 10 Prozent auf 20 Prozent zu erhöhen.

Mittagessen in Schule und Kita – ein paar Zahlen vorab:

  • Lebensmittel – inkl. landwirtschaftlicher Produktion, Verarbeitungsprozessen und Transport – tragen rund 20 Prozent zu den globalen Treibhausgas-Emissionen Hinzu kommt der Bedarf an Ressourcen wie z.B. Boden oder Wasser.
  • Laut Berechnungen des Forschungsprojekts „KEEKS – Klima- und Energieeffiziente Küche in Schulen“ verursacht jede ausgegebene Schulmahlzeit durchschnittlich 1.250 g CO2.
  • In Kitas und Schulen kommen deutschlandweit täglich um die 4,7 Millionen Mittagessen auf den Tisch – teils in den Einrichtungen vor Ort zubereitet, teils angeliefert.

Wie kann in Kitas und Schulen eine nachhaltige Ernährung gelingen?

Laut dem Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten (MUEEF) in Rheinland-Pfalz führen hier sieben Schritte zu mehr Nachhaltigkeit:

  1. pflanzliche Vielfalt genießen, tierische Nahrungsmittel reduzieren
  2. Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft
  3. Wissen um Herkunft dank regionaler und saisonaler Lebensmittel
  4. frisch und gesund gekocht, gering verarbeitet
  5. Fairness: faire Bedingungen, fairer Handel, faire Preise
  6. Lebensmittelabfälle und -verschwendung vermeiden
  7. klimafreundliches Haushalten, Energie sparen

Die Vorteile von Lebensmittel aus ökologischem Anbau

Neben pflanzlichen, regionalen sowie saisonalen Erzeugnissen, gering verarbeiteten und fair gehandelten Lebensmitteln gelingt Nachhaltigkeit insbesondere auch mit ökologisch erzeugten Lebensmitteln.

Aufgrund des Mehrwerts der ökologischen Landwirtschaft gehören Bio-Lebensmittel zur nachhaltigen Gestaltung der Kita- und Schulverpflegung:

  • Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und leichtlösliche Stickstoffdünger
  • Schutz von Grundwasser und Artenvielfalt
  • Bei der Verarbeitung ist nur eine geringe Anzahl unverzichtbarer Zusatz- und Konservierungsstoffe erlaubt.
  • Die Verwendung genetisch veränderter Organismen sowie die Strahlenbehandlung von Lebensmitteln sind verboten.
  • Weniger Pflanzenschutz-Rückstände
  • Höhere Tierschutzstandards

Rheinland-Pfalz strebt an, den Anteil des Einsatzes ökologischer Lebensmittel in der Gemeinschaftsverpflegung auszubauen. Bio-Lebensmittel lassen sich am EU-Bio-Logo bzw. dem deutschen Bio-Siegel und den Siegeln der Bio-Anbauverbände erkennen.

Die Qualität von Lebensmitteln zeigt sich in Form von Nährstoffen oder Verarbeitungsmerkmalen. Auch Bedingungen des Pflanzenanbaus, der Haltung und Fütterung der Tiere wie auch ethische Faktoren und Auswirkungen auf die Umwelt spielen eine Rolle. Ähnlich wie beim Einkauf für den privaten Haushalt, ist die Entscheidung für bestimmte Erzeugnisse auch eine Entscheidung für bestimmte Produktionsbedingungen:

  • Kauf von Weidemilch
  • die Auswahl von Bio-Produkten oder Produkten aus artgerechter Haltung
  • die Unterstützung ethischer Tierzuchtprojekte – z.B. Kauf von Eiern und Geflügel von Bruder-Hahn-Projekten
  • den Bezug von Fisch aus bestandsschonender Fischerei oder ökologischen Aquakulturen – z.B. MSC- oder ASC-zertifiziert

Beim Einkauf in Rheinland-Pfalz bieten folgende Zeichen und Siegel Orientierung:

www.soonahe.de

www.regionalfenster.de

www.ebbes-von-hei.de

www.lwk-rlp.de

www.einkaufen-auf-dem-bauernhof.com

www.regionalmarke-eifel.de

Foto: Patrick Fore // Unsplash

Weitere Informationen

Hintergrundinformationen zur klimaschonenden Schulküche und Einsparpotentialen bietet das KEEKS-Projekt: www.keeks-projekt.de

„Nachhaltige Ernährung – was unser Essen mit Klimaschutz und Welternährung zu tun hat“: https://mueef.rlp.de/fileadmin/mulewf/Publikationen/Nachhaltige_Ernaehrung_RLP_16.09.2015.pdf

„Der Nachhaltige Warenkorb“ – Website der Rats für Nachhaltige Entwicklung (RNE) und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH gibt Tipps für umweltbewussten und sozialen Konsum: https://www.nachhaltiger-warenkorb.de

Vorgaben und Bedeutung der einzelnen Siegel finden sich auf den Seiten des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: https://www.siegelklarheit.de/home oder des Bundesverbands „Die Verbraucher Initiative e.V.“: https://label-online.de/produktlabels/

„Bio-Verpflegung in Kindertagesstätten und Schulen“ – Heft der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung mit Praxisbeispielen und Hintergrundinformationen: https://www.oekolandbau.de/service/informationsmaterialien-und-bilder/informationsmaterialien/

Saisonkalender des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE): https://www.bzfe.de/inhalt/saisonzeiten-bei-obst-und-gemuese-3130.html

Bioeinkaufen in RLP – Biolandwirte und Direktvermarkter unter: www.bioeinkaufen-rlp.de/


Im Trend: Ernährungsweise "From Leaf to Root"

Im Trend: Ernährungsweise „From Leaf to Root“

Vegetarische Chips aus Gemüseschalen oder den äußeren Kohlblättern, eine hausgemachte Brühe aus Gemüseresten – „From Leaf to Root“ beschreibt die Idee, Obst und Gemüse „vom Blatt bis zur Wurzel“, also möglichst komplett, zu essen. Auch aus Schalen, Blättern, Stielen, Wurzeln oder Strünken lassen sich ungeahnt leckere Rezepte zaubern. Die Pflanze als Ganzes zu verwerten, vermeidet Lebensmittelabfälle – so wird auch der Zero-Waste-Gedanke erfüllt. Ein nachhaltiger Ernährungs-Trend.

Bio ist besser

Gerade bei den äußeren Pflanzenteilen ist es wichtig, Obst und Gemüse vor dem Verzehr gut und gründlich zu reinigen. Oder noch besser: zu Lebensmitteln aus biologischem Anbau oder sogar aus dem eigenen Garten zu greifen. Denn hier wird auf den Einsatz chemisch-synthetischer Spritzmittel verzichtet, sodass diese nicht auf den äußeren Pflanzenteilen anhaften. Frische, biologisch angebaute Früchte, Kräuter und andere Öko-Gewächse eignen sich daher ideal, um auch äußere Teile wie Schalen und Knospen in der Küche verwerten zu können.

Das vegetarische "From Nose to Tail"

„From Leaf to Root“ bezeichnet das vegetarische Pendant zum „From Nose to Tail“-Ansatz, bei dem das geschlachtete Tier möglichst komplett, d.h. von der Schnauze bis zum Schwanz verarbeitet wird. Beide Verwertungskonzepte bieten nicht nur eine Vielzahl neuer kulinarischer Möglichkeiten, sondern vermeiden in der Folge auch eine enorme Verschwendung von Lebensmitteln.

Neue Rezepte, zutaten und Aromen

Bislang verschmähte oder unbeachtete Pflanzenteile wie Wassermelonenschalen, Kürbiskerne und Magnolienblüten werden beim “Leaf to Root”-Konzept ins Rampenlicht gerückt und zu feinem Pesto, knusprigen Gemüse-Chips oder leckeren Suppen verarbeitet.

Das bietet eine Vielzahl neuer Möglichkeiten für den Einsatz in der Küche.

Obst und Gemüse aus ökologischer Landwirtschaft

Insbesondere im durch die Pandemie geprägten Jahr wurden vermutlich so viele Möhren gesät, Kartoffeln gesteckt und Gurken geerntet wie zuvor lange nicht mehr. Der eigene Garten und Balkon erfuhren eine neu gewonnene Aufmerksamkeit. Zoodles, Salate und Smoothies boomen und erfreuen von der Aussaat bis zum Nachtisch Hobbygärtner:innen im ganzen Land.

Wer nicht die Ressourcen oder den nötigen grünen Daumen zum Selbergärtnern hat, kann bedenkenlos zur biologischen Alternative greifen. Frisches Gemüse und Obst aus ökologischem Anbau ist nicht nur besonders gesund und umweltschonend, sondern zeigt auch neue Möglichkeiten der Verwertung auf. Denn Karottengrün, Radieschenblätter und Kohlrabischalen werden bei der Zubereitung wegen der oft hohen Pestizidbelastung im konventionellen Anbau im Bio-Müll entsorgt. Knollen, Wurzeln und Blüten in Bio-Qualität oder aus dem hauseigenen Gemüsebeet dagegen können bedenkenlos „From Leaf to Root“ – vom Blatt bis zur Wurzel – verwertet werden.

Allerdings eignen sich nicht alle Pflanzen für den „Leaf to Root“-Ansatz. Einige Gewächsteile sind ungenießbar oder enthalten für den Menschen giftige Stoffe wie Oxalsäure oder Solanin. Aus diesem Grund sollte sich vor dem Kredenzen in der Küche informiert und an einem Rezept orientiert werden.

Wie wäre es beispielsweise mit einem knackigen Radieschenblattsalat mit karamellisierten Kürbiskernen?

Rezept: Radieschenblatt-Salat mit karamellisierten Kürbiskernen

von Pascal Haag (aus dem Buch Leaf to Root)

 

600 g Radieschen mit Blättern
6 EL Kürbiskerne
6 TL Rohzucker
6 EL getrocknete Cranberrys

Salatsauce
3 EL Kürbiskerne
4 EL Apfelessig
2 TL grobkörniger Senf
Salz

Die Blätter der Radieschen entfernen und beiseitelegen. Die Radieschen je nach Größe vierteln oder sechsteln.

Die Kürbiskerne ohne Zugabe von Fett in einer Bratpfanne kurz anrösten. Mit dem Zucker bestreuen und unter Rühren karamellisieren lassen. Aufpassen, dass der Zucker dabei nicht anbrennt, denn sonst schmeckt es bitter. Die Kerne auf einem Stück Backpapier auskühlen lassen. Mit den Radieschenblättern, den Radieschen und Cranberrys in eine Schale geben.

Für die Salatsauce die Kürbiskerne mit dem Apfelessig und dem Senf mischen und mit Salz abschmecken. Zum Salat geben und alles gut vermischen.

Guten Appetit!

Buchtipp: From Leaf to Root

Gemeinsam mit dem renommierten Fotografen Sylvan Müller und Vegi-Spitzenkoch Pascal Haag erarbeitete Journalistin, Autorin und Gemüse-Scout Ester Kern das im Herbst 2016 erschienene Buch „Leaf to Root: Gemüse essen vom Blatt bis zur Wurzel“. Das mehrfach ausgezeichnete Werk enthält Infos, Rezepte und Portraits zu den essbaren Teilen von 50 Gemüsesorten.

 

Weitere Infos

Weitere Rezepte und Beiträge zum Thema „Leaf-to-Root“ enthält auch der von Esther Kern betriebene Blog.


Farm to Fork - Mehr Öko in der EU

Die Farm-to-Fork-Strategie der EU

Viele EntscheiderInnen aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik sind sich einig: Es ist 5 vor 12 – unsere Lebens- und Wirtschaftsweise trägt dazu bei, dass der Klimawandel mit hoher Geschwindigkeit voranschreitet. Die tiefgreifenden Auswirkungen wie Extremwetterlagen und der Rückgang der Biodiversität rücken immer mehr in das allgemeine Bewusstsein. Der ‚Green Deal’ der EU-Kommission, eine Art Leitfaden zugunsten einer nachhaltigen Entwicklung der Wirtschaft in der EU, umfasst unter anderem eine Biodiversitätsstrategie und die Strategie ‚Vom Hof auf den Teller’, international verständlich: ‚Farm-to-Fork-Strategy’. Dieser Beschluss ist wichtig und schafft Perspektiven für eine ökologischere Entwicklung der Landwirtschaft und der Lebensmittelwirtschaft.

Gemeinsame Agrarpolitik (GAP)

Bei der Realisierung dieser Strategien spielen die nationalen Vorhaben der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) eine entscheidende Rolle. In Deutschland zum Beispiel stehen zwischen 2014-2020 jährlich rund 6,2 Milliarden Euro an EU-Mitteln zur Verfügung. Mit diesen Fördermitteln werden Landwirtschaftsbetriebe und ländliche Regionen gefördert (Quelle: www.bmel.de) Wer die Voraussetzungen für die Förderungen erfüllt, trägt gleichzeitig zur nachhaltigen Entwicklung bei.

Die GAP soll sich auf Basis der neuen Strategien Farm-to-Fork und Biodiversität entwickeln, um die gemeinsamen Ziele bis 2030 zu erreichen. Um zukünftig noch mehr LandwirtInnnen die Umstellung zum Bio-Betrieb zu ermöglichen, wird empfohlen, die nationalen Fördermittel der GAP aufzustocken.

(Foto von Demeterhof Breit, Wittlich)

Weiterführende Informationen stellt Bioland e.V. unter nachfolgenden Links zur Verfügung.

Farm-to-Fork – die neue Strategie für mehr Öko in der EU
Worum es geht und warum das jeden was angeht

www.demeter.de

www.bioland.de

 

Farm-to-Fork schickt Europa auf den Bio-Weg
Strategie muss Grundlage der EU-weiten Agrarpolitik werden
www.bioland.de

Warum uns die EU-Politik alle was angeht
Bioland-Präsident Jan Plagge erklärt die GAP


Bio aus RLP im Rundfunk

Bio-Betriebe aus Rheinland-Pfalz im Rundfunk

Einige Bio-Betriebe aus Rheinland-Pfalz wurden vom Südwestrundfunk (SWR) begleitet. Die Fernsehreportagen bieten interessante Einblicke hinter die Kulissen der Betriebe und in die ökologische Landwirtschaft.  Sie erzählen dabei auf sympathische Art und Weise auch die persönlichen Geschichten der Menschen und Familien, die hinter dem Betrieb stehen, mit all den Herausforderungen des täglichen Lebens und Arbeitens.

Alles Käse - die Milch macht's!

Der Bornwiesenhof im Hunsrück, Wilzenberg-Hußweiler (55767), wird seit 1989 biologisch-dynamisch nach den strengen Demeter-Richtlinien bewirtschaftet. Die Milch der Kühe mit Hörnern wird zum größten Teil in der hofeigenen Käserei zu feinsten Milch- und Käseprodukten verarbeitet. Der SWR begleitete Familie Jaschok, die Menschen auf dem Hof und die Tiere – entstanden ist ein beeindruckendes Hofportrait. Auf dem Bornwiesenhof fanden im Rahmen der Öko-Aktionstage 2020 folgende Veranstaltungen statt: JoghurtWerkstatt / Küchenkäse aus aller Welt

Fünf Kinder und 150 Kühe

Auf dem Bioland-Betrieb Albertshof bei Rennerod (56477) ist immer etwas los – 150 Kühe, 140 Hektar Grünland, ein großer Hofladen und fünf Kinder sorgen dafür, dass es Kiki und Peter Doppstadt nie langweilig wird.

Mit Handicap zum Erfolg

Der Kleinsägmühlerhof in Altleiningen (67317) im Norden des Pfälzer Waldes mit Landwirtschaft, Bäckerei, Hauswirtschaft und Hofladen wird von einer Gemeinschaft geistig behinderter Menschen und deren BetreuerInnen biologisch-dynamisch nach den Richtlinien des Demeter-Verbands bewirtschaftet.

Mit Schwein in ein neues Leben

Der Bioland-Hof ‚Schweinothek’ der Familie Bornheimer-Schwalbach in Gau-Bickelheim (55999) ist das Zuhause der bunten Bentheimer Schweine. Im Hofladen sind die Erzeugnisse der Schweine erhältlich, außerdem hauseigene Weine und der beliebte Mittagstisch.

Hofübergabe mit Hindernissen

Auf dem Biolandhof Morgentau in Kleinniedesheim (67259) in der Vorderpfalz wird seit 1990 ökologische Landwirtschaft nach den organisch-biologischen Richtlinien des Bioland-Verbands betrieben. Im Jahr 2018 begleitetete der SWR die Übergabe des Familienbetriebs Zirker an die langjährigen Mitarbeiter Benjamin Gräf und Karlfried Eich.

Die Grenzgänger vom Ulmenhof

Der Ulmenhof in Sarmersbach (54552) in der Vulkaneifel wird von den Familien Frangen und Kneißl nach den organisch-biologischen Richtlinien des Bioland-Verbands bewirtschaftet. Drei Generationen sorgen täglich dafür, dass der Betrieb mit 90 Ziegen, 30 Milchkühen, eigener Käseproduktion und Hofladen rund läuft.

So findet man das Glück am Ende der Welt

Zwei Stadtmenschen suchen ihr Glück auf dem Land – Nina und Sebastian Kill kamen vor über 10 Jahren als studierte LandwirtInnen aus dem Ruhrgebiet in die Pfalz und erfüllten sich den Traum vom eigenen Bauernhof. Auf dem Bärenbrunnerhof in Schindhard (66996) sind Milchkühe, Schweine und Hühner zuhause. Im Hofladen werden hofeigene Erzeugnisse, darunter auch Vollkorn-Holzofenbrot, verkauft. Außerdem gibt es Produkte von Partnern und ein kleines Naturkostsortiment.

Wenn das Glück vier Beine hat - Die Leute vom Schauferts-Hof

Die Familien von Oliver Lucius und Uli Scheib kauften mit drei weiteren Freunden vor über 30 Jahren den Hof Schauferts in Schönborn (56370) und entwickelten den Betrieb nach organisch-biologischen Richtlinien mit Milchviehhaltung, Rindermast, Schweinezucht und Gastwirtschaft, seit 2004 auch eine Brauerei.
Der SWR begleitete die Hofgemeinschaft bereits mehrmals – zuletzt während des ‚Corona-Lockdowns’.
Teil 3 ‘Ansgars Entscheidung’, Mein Bauernhof in der (Corona-)Krise