Umweltministerin Ulrike Höfkens fordert eine ökologischere Ausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP)

Umweltministerin Ulrike Höfken setzt sich für eine stärkere Kopplung öffentlicher Gelder aus dem EU-Agrarhaushalt an Umwelt- und Klimastandards ein. Sie forderte auf der Sonder-Agrar- und Umweltministerkonferenz Ende Mai 2020 eine ökologischere Ausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU sowie einen Flächenanteil von 30 Prozent Ökolandbau bis 2030 in der EU.

Existenzsicherung für Landwirtinnen und Landwirte

„Landwirtinnen und Landwirte sollen auf dem Weg zu einer klimaangepassten und nachhaltigen Landwirtschaft unterstützt werden und damit letztendlich ihre Existenz sichern können“, sagt die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken. Auf der im Mai stattgefundenen Sonder-Agrar- und Umweltministerkonferenz, an der auch die für die GAP zuständigen EU-Kommissaren teilgenommen haben, fordert sie daher eine konsequent ökologische Ausrichtung der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik. Dies sieht auch die neue „vom-Acker-auf-dem-Teller-Strategie (farm to fork)“ der EU-Kommission vor. „Der Handlungsbedarf für Wasser- und Tierschutz ist hoch, die Kosten der Klima- und Biodiversitätskrise sind bereits jetzt immens und werden steigen. Deshalb sollen Landwirtinnen und Landwirte für diese gesellschaftlichen Leistungen entlohnt werden, wenn sie Wasser, Boden, Klima und die Artenvielfalt schützen und sich für das Wohl von Tieren einsetzen“, so Höfken.

Der Agrarbereich im EU-Haushalt nimmt mit 60 Milliarden Euro rund ein Drittel des EU-Haushaltes ein und besteht bisher aus zwei Säulen. Aus der ersten Säule werden Flächenprämien ausbezahlt, aus der zweiten Säule vor allem Gelder für nachhaltiges und umweltschonendes Wirtschaften. Dabei macht die zweite Säule lediglich 20 Prozent des Gesamtbudgets aus und droht weiter zu sinken.

Der rheinland-pfälzischen Umweltministerin ist es wichtig, dass Landwirtinnen und Landwirte öffentliche Gelder für gesellschaftliche Leistungen erhalten. „Wir alle brauchen sauberes Wasser und gesunde Böden als Grundlage für unsere Ernährung. Deshalb sollen öffentliche Gelder an Landwirtinnen und Landwirte stärker an Umweltauflagen geknüpft sein. Dazu brauchen wir einen ambitionierten Rahmen auf EU-Ebene sowie eine konsequente Umsetzung in Deutschland. Es gilt jetzt die entscheidenden Weichen zu stellen und einheitliche Mindeststandards auf EU-Ebene beizubehalten und zu stärken statt zu renationalisieren, damit es keinen Dumping-Wettbewerb um Umweltauflagen gibt“, so Höfken. Daher fordert sie eine bessere finanzielle Ausstattung der Programme der zweiten Säule, um den Ökolandbau sowie eine nachhaltige Landwirtschaft voranzubringen. Die Europäische Kommission hat am 20. Mai als Teil des Green Deal ihre sogenannte Farm-to-Fork-Strategie für ein nachhaltiges Lebensmittelsystem vorgestellt, das bis 2030 einen Flächenanteil von 25 Prozent für den Ökolandbau fordert. Höfken findet: „Noch besser wären 30 Prozent.“

Denn der Ökolandbau hat sich zum einen als resistenter gegen Dürre und Starkregen bewährt und schont das Klima, den Boden und das Wasser. Zum anderen trägt er zum Erhalt der Artenvielfalt und des Klimaschutzes bei. Das hat das Thünen-Institut in der Meta-Studie „Leistungen des ökologischen Landbaus für Umwelt und Gesellschaft“ ermittelt und beschreibt den ökologischen Landbau als nachhaltigste und umweltschonendste Landbewirtschaftungsmethode. So werden beispielsweise durch den Verzicht auf stickstoffhaltige Mineraldünger im Mittel 24 Prozent weniger Lachgase als im konventionellen Landbau emittiert.

Quelle: Land Rheinland-Pfalz – Pressemeldung 27.05.2020 – Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten
Bild: KÖL – Frisch geerntete Kartoffeln

Was bedeutet Ökolandbau?

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