Ökologischer Weinbau – Kulturland im Kreislauf der Natur bewirtschaften

Weinberge zählen zu den Kulturlandschaften, die von Menschenhand geschaffen wurden. Diese Ökosysteme sind je nach Region schon seit Jahrhunderten vorhanden und verdanken ihr Aussehen und ihre Beschaffenheit den WinzerInnen, die die anspruchsvolle Arbeit im Weinberg ausführen.

Anspruchsvoll und sensibel sind auch die Rebstöcke mit ihren wertvollen Früchten. Ob die Reben und Trauben gesund sind und ob die Weinlese am Ende der Reifezeit zufriedenstellend ist, hängt maßgeblich von der Bodenqualität und vom Wetter ab – diese Parameter haben einen direkten Einfluss auf die Versorgung der Pflanzen mit Nährstoffen und das Risiko von Schädlingsbefall und Krankheiten.

Was machen Bio-WinzerInnen anders?

Während im konventionellen Weinbau chemisch-synthetische Substanzen zur Schadensbegrenzung (Pilzbefall, Unkraut, Schädlinge) eingesetzt werden dürfen, was meist akut beim Auftreten solcher Schäden geschieht und zuverlässiger vor Ertragseinbußen schützen kann, setzen Bio-Winzer auf Prävention. Die Arbeit im Einklang mit der Natur und die dafür typischen Tätigkeiten rund um den Weinberg sind aufwändiger und meistens mit mehr Handarbeit verbunden.

Prävention im Weinberg

Damit das Ökosystem Weinberg gesund, intakt, gegenüber Klima- und Umwelteinflüssen resistent und gegen Schädlinge geschützt ist, treffen Bio-WinzerInnen natürliche, vorbeugende Maßnahmen in vielen verschiedenen Arbeitsschritten. Dazu zählen zum Beispiel individuelle Laubpflege, Pflanzenschutz, Düngung, die geeignete Sortenwahl und das Begrünungsmanagement für den Boden.

Lebendiger Boden

Der Boden stellt die Wachstumsgrundlage aller Lebensmittel dar. Über die Qualität des Bodens entscheiden die Gesteinsart, der Zustand der Verwitterung und das Bodenleben. Je lebendiger die Erde ist (Vielfalt von Lebewesen im Boden, z. B. Asseln, Würmer, Pilze, Flechten, Bakterien und Mikroorganismen), desto mehr Nährstoffe, Kohlenstoffdioxid und Wasser können gespeichert werden, um die Reben in jeder Reifephase optimal zu versorgen. Dabei unterstützen Begrünungsmischungen aus vielfältigen Pflanzenarten wie Kräutern, Gräsern, Leguminosen, die im ökologischen Weinbau sinnvoll und bedacht eingesetzt werden.

Veganer Wein

In seiner Rohform ist Wein ein rein pflanzliches Produkt. Bei der Verarbeitung der Trauben von der Lese bis zur Abfüllung findet als Zwischenschritt die sogenannte ‚Klärung’ oder ‚Schönung’ statt, das ist die Befreiung von Trübstoffen und die Stabilisation. Im Klärungsprozess können tierische Produkte eingesetzt (z. B. Eiklar, Gelatine, Proteine) werden. Da immer mehr VerbraucherInnen ohne tierische Produkte leben möchten, steigt die Nachfrage und immer mehr WinzerInnen produzieren vegane Weine. Weine mit dem V-Label stammen aus Erzeugung frei von Tierprodukten.

Tiefere Einblicke zum Thema ökologischer Weinbau

Ökolandbau – Weinbau
https://www.oekolandbau.de/landwirtschaft/pflanze/spezieller-pflanzenbau/weinbau/

Ökologischer Weinanbau-Verband ECOVIN
https://www.ecovin.de/filme/

Plan B – Obst ohne Gift – Wenn die Natur die Chemie ersetzt
Über LandwirtInnen, die es anders machen
https://www.zdf.de/gesellschaft/plan-b/plan-b-obst-ohne-gift-102.html

Bienen und Weinanbau
https://probiene.de/spart-der-winzer-gift-freut-sich-die-biene/